In Zeiten der Klimakrise gibt es akute Herausforderungen wie Bodensenkungen, Hochwasserschutz, extreme Niederschläge, Hitze und Dürre. Wasser stellt das größte und komplexeste Risiko dar, mit dem die Menschheit konfrontiert ist: Es gibt zu viel, zu wenig oder es ist zu verschmutzt. Über 80 % aller durch den Klimawandel verursachten Notfälle und Katastrophen stehen im Zusammenhang mit Wasser: Überschwemmungen und Dürren, Verschmutzung und Wasserkonflikte bei rascher Urbanisierung, die wachsende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Energie, Migration und Klimawandel. Diese Herausforderungen bilden die Grundlage der neuen Ausstellung „WaterSpiegelingen“, die ab dem 15. Juni im Cuypershuis zu sehen ist.
In der Ausstellung wird das Haus in drei verschiedenen Epochen präsentiert: das Haus als Werkstatt zur Zeit des Architekten Pierre Cuypers, das Haus als funktionale Maschine zum Wohnen im Modernismus der Mitte des letzten Jahrhunderts und ein „WaterSchool“-Haus als Landschaft, in der man gemeinsam wohnen, lernen und arbeiten kann. Gebrauchsgegenstände zeitgenössischer Künstler und Designer zeigen, wie der Einsatz neuer biobasierter Materialien und eine kleinräumige lokale Produktion zu einer neuen Art des Zusammenlebens führen können.
Die ausgewählten Beispiele stehen für eine nachhaltige, kreislauforientierte und sich selbst regenerierende Lernumgebung, um die ökologischen Herausforderungen von heute anzugehen, und zeigen, dass es möglich ist, eine neue Kultur zu entwickeln.
Cuypershuis
Das Cuypershuis zeigt im ehemaligen Wohnhaus und in den Werkstätten des Architekten Pierre Cuypers einen Überblick über dessen Leben und Werk. Indem es Geschichten aus verschiedenen Blickwinkeln und Disziplinen erzählt, stellt das Cuypershuis dessen Gedankenwelt in einen zeitgenössischen Kontext. Die wechselnden Aktivitäten, Ausstellungen und sonstigen inhaltlichen Angebote greifen aktuelle Themen und gesellschaftlich relevante Fragestellungen auf. Dabei wird die Frage gestellt, welche Rolle der Designer bei der Lösung aktueller Probleme und der Gestaltung der Zukunft spielen kann.
Studio Makkink & Bey
Studio Makkink & Bey – Kurator und Gestalter der Ausstellung – ist ein multidisziplinäres Designbüro mit Sitz im Kreativviertel M4H in Rotterdam, das 2002 von der Architektin und Designerin Rianne Makkink und dem Designer Jurgen Bey gegründet wurde. Mit dem Design als übergreifender Disziplin gehen sie Fragestellungen aus der Perspektive der pädagogischen und gestalterischen Forschung an.
Das Studio ist bekannt für seine innovative Designstrategie: Indem sie zunächst eine Erzählung auf der Grundlage des Bestehenden konstruieren und anschließend immer wieder zwischen Klein und Groß sowie zwischen Ursache und Wirkung hin- und herzoomen, stellen sie Zusammenhänge her, die das Potenzial einer Landschaft, eines Gebäudes oder eines Produkts verdeutlichen.
Während der Dauer der Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Workshops und Begegnungen zwischen Besuchern, Künstlern und Designern.
Foto: WaterSchool – Studio Makkink & Bey