Über das Cuypershuis

Das Cuypershuis befindet sich in einem außergewöhnlichen Gebäude an einem einzigartigen Standort. Der Komplex ist Teil des renommierten „Iconic Houses Network“ von Museumswohnungen.

Fabrikhaus

Im Jahr 1853 erbaute Pierre Cuypers sein Wohnhaus mit Ateliers. Ein einzigartiger Komplex, in dem er mit seiner Familie lebte und mit seinen zahlreichen Mitarbeitern arbeitete. In seinem eigenen Wohnhaus konnte Cuypers seine Ideen natürlich optimal umsetzen. Es ist ein Musterbeispiel dafür, was er als Architekt will und kann. Mit den beiden markanten Giebeln vor den Werkstätten und den beiden wohnlichen Erkern an der Fassade positioniert er sich als moderner „Meister der Lotse“ im Stadtbild von Roermond.

Seine Visitenkarte ist eine innovative Mischung aus traditioneller Backsteinbauweise und internationaler, englisch inspirierter Gotik. Der Wohnbereich war nach modernen Erkenntnissen des 19. Jahrhunderts wie ein großes Herrenhaus gestaltet und mit allem Komfort ausgestattet.

Cuypers-Saal

Im Jahr 1907 baute Sohn Jos Cuypers das Wohnhaus um: Es wurde ein Ehrensaal für seinen Vater hinzugefügt. Dieser Cuyperssaal erhielt eine öffentliche Funktion, da er als Ausstellungsraum für die Kunstobjekte seiner Eltern diente. Ab 1932 ist der Cuyperssaal Teil des städtischen Museums.

Die Decke in Cuypers’ Wohnzimmer

Vor seiner Hochzeit mit Antoinette Alberdingk Thijm im Jahr 1859 lässt Pierre Cuypers das Wohnhaus neu tapezieren und einrichten. Der ursprüngliche Entwurf des Raumes sieht eine polychrome Kassettendecke vor, in die die Monogramme PC (Pierre Cuypers) und AT (Antoinette Alberdingk Thijm) eingearbeitet sind. Für die Gestaltung der Dekorationen verwendet er keltische und mittelalterliche Motive. In der Mitte der Decke verwebt er geometrische Ornamente und stilisierte Motive. Der Stuck der Decke ist in Beigegrau, Rosa, Petrolgrün und Ockergelb gehalten und geht zu den Wänden hin auch in Dunkelblau und Gold über.

Im Jahr 1977 war diese Decke so verfallen, dass die Farbe abblätterte und ihre Schönheit verloren gegangen war. Zu dieser Zeit wurde das Werk von Cuypers weniger geschätzt, und man beschloss, die Decke abzureißen und eine abgehängte weiße Decke anzubringen. Im Jahr 2008 wurde bei einer Voruntersuchung hinter der abgehängten Decke nur noch ein kleines Fragment des Randes des Deckengemäldes gefunden.

Glücklicherweise sind jedoch andere Quellen erhalten geblieben: Fotos, die 1977 aufgenommen wurden, sowie Strichzeichnungen mit Farbangaben, die der Museumsmitarbeiter Harry Hovens angefertigt hatte, bevor die Decke entfernt wurde.

Beeld van binnenkant Cuypershuis

Rekonstruktion

Die Decke, die heute im Cuypershuis zu sehen ist, ist eine Rekonstruktion auf der Grundlage dieser Quellen. Dank einer Crowdfunding-Aktion im Jahr 2019 wurde die Restaurierung durch viele großzügige Spender ermöglicht!

Ende 2019 begann der Prozess mit dem Anbringen einer neuen verputzten Decke mit Gesimsleiste. Die endgültige Bemalung der Decke wurde von Claudia Junge von der Stiftung „Restauratie Atelier Limburg“ vorgenommen. Sie war für die Farbanalyse, die Farbfindung, die Ausführung und die Begleitung des Projekts verantwortlich. Dabei wurde sie von zwei Studierenden der SintLucas-Hochschule in Boxtel (MBO Design und Handwerk) unterstützt.

Nun lässt sich wieder erleben, wie Cuypers seine Dekorationen in das Gebäude integriert und welchen Eindruck die reich bemalte Darstellung hinterlässt. Der gesamte Prozess wurde gefilmt; den Dokumentarfilm „Een restje verleden“ können Sie hier ansehen.

Ein Stück Vergangenheit: Cuypershaus

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