Der Aktenschrank

Ein Prunkstück der Sammlung des Cuypershuis. Er besticht nicht nur durch seine Größe, sondern vor allem auch durch die wunderschön bemalten Darstellungen auf den Türen. In der Rubrik „Objekt mit einer Geschichte“ steht diesmal der von Pierre Cuypers entworfene Archivschrank im Mittelpunkt. Der Schrank hat die Form eines Gebäudes. Er wird von einem Dach gekrönt, das von einer Zinnenkrone umgeben ist. Darunter befindet sich eine Art Zwerggalerie mit Rundbögen. Der eigentliche Schrank, der mit 12 bemalten Türen in zwei übereinanderliegenden Reihen verschließbar ist, befindet sich wiederum darunter. Die Form ist von einem mittelalterlichen Vorbild inspiriert, nämlich dem Sakristeischrank in der Kathedrale von Noyon.

Cuypers schreibt 1858 in der Zeitschrift „De Dietsche Warande“ über die Bedeutung des Architekten und dessen Leitung der zusammenarbeitenden Handwerkszünfte bei der Errichtung eines Gebäudes. In den Darstellungen des Schranks spiegelt sich dieser Grundgedanke wider. Auf der oberen Türreihe sind die freien Künste abgebildet: Astronomie, Geometrie, Grammatik, Logik, Poesie und Musik. Die unteren Türen veranschaulichen die angewandten Künste: Steinbildhauerei, Maurerhandwerk, Glasmalerei, Steinmetzkunst und Tafelmalerei. Von den Darstellungen „Poesie“ und „Musik“ sind die von Pierre Cuypers angefertigten Entwürfe in der Sammlung des Cuypershuis erhalten geblieben. Sie sind neben dem Archivschrank in der Dauerausstellung zu bewundern.

Der Schrank wurde um 1893 von Pierre Cuypers für Schloss De Haar entworfen und von seinen Kunstwerkstätten ausgeführt. Die eisernen Beschläge wurden ebenfalls in Roermond gefertigt. Die Malarbeiten wurden von Joseph Lücker ausgeführt. In der Sammlung von Glasnegativen, die 2020 von der Familie Cuypers gestiftet wurde, befindet sich eine schöne Aufnahme von Pierre Cuypers, auf der er offenbar voller Stolz vor dem Archivschrank fotografiert wurde. Das Foto wurde um 1910 im Cuyperssaal des heutigen Cuypershauses aufgenommen.

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