Punktiergerät aus der Zeit um 1890

Ein besonderes Objekt aus der Sammlung ist die Punktiervorrichtung. Mit ihr konnten die Bildhauer eine Skulptur präzise und schnell 1:1 kopieren, verkleinern oder vergrößern.

Ein schönes Beispiel für die innovative Arbeitsweise in den Ateliers von Cuypers, durch die schnell unzählige Skulpturen in jeder gewünschten Größe, aus jedem gewünschten Material und in jeder gewünschten Farbe geliefert werden konnten. Charles Brouns, der von 1928 bis 1933 als Lehrling bei den Bildhauern tätig war, hat noch mit diesem Gerät gearbeitet und berichtete, dass es von Cuypers in Leipzig erworben wurde.

Das Objekt besteht aus einem verstellbaren Metallarm, an dessen Ende sich eine Nadel befindet. Der Arm passt auf ein dreh- und neigbares Untergestell, das auf einer Werkbank oder einem Tisch befestigt werden kann. Für jede gewünschte Anwendung lässt er sich durch Drehen, Neigen, Ein- und Ausfahren sowie durch Festziehen verschiedener Einstellschrauben einstellen. Indem man den Arm anschließend auf ein zweites Untergestell versetzt und die Nadel auf das Werkstück ausrichtet, lässt sich eine Kopie in Holz oder Stein anfertigen. Im folgenden Video wird das Gerät vorgeführt.

Auf einem der Glasnegative in der Sammlung des Cuypershuis ist das Untergestell des Punktiergeräts zu sehen – siehe den Kreis! Das Modell befindet sich links auf dem Foto, und die Unterlage aus Holzlatten für die auszuarbeitende Skulptur ist rechts zu sehen.

Das Punktiergerät ist derzeit in der Dauerausstellung des Cuypershuis zu sehen. Dort wird es zusammen mit einem Gipsmodell gezeigt, auf dem die Punktierpunkte mit Nägeln markiert sind.

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